Melanotan 2 (MT-2): Melanocortin-Analogon, Forschung & Rechtsstatus

Redaktion: goodaminos Laborteam · Zuletzt geprüft: 25. Oktober 2026

Was ist MT-2?

Melanotan 2 (MT-2) ist ein synthetisches, zyklisches Peptid aus sieben Aminosäuren, das dem körpereigenen α-Melanozyten-stimulierenden Hormon (α-MSH) nachgebildet ist. In der Forschung wird es als nicht-selektiver Agonist an den Melanocortin-Rezeptoren MC1R, MC3R, MC4R und MC5R beschrieben. Als Arzneimittel ist Melanotan 2 weder in der EU noch in den USA zugelassen.

Steckbrief

Synonyme
MT-2, MT-II, Melanotan II
Substanzklasse
Melanocortin-Analogon (α-MSH-Analogon)
Aminosäuren
7, zyklisch (Lactam-Brücke)
Summenformel
C₅₀H₆₉N₁₅O₉
Herkunft
University of Arizona, 1980er-Jahre
Zulassung
keine (EU und USA)
CAS-Nummer
121062-08-6
Molekulargewicht
1.024 kDa

Rezeptorprofil & Mechanismus

Melanotan 2 entstand bei der Suche nach stabileren Varianten des Hormons α-MSH. Der Ring aus einer Lactam-Brücke macht das kurze Peptid widerstandsfähiger gegen den Abbau als das lineare Ausgangshormon.

Melanocortin-Rezeptoren

Melanotan 2 bindet an mehrere Subtypen der Melanocortin-Rezeptoren (MC1R, MC3R, MC4R, MC5R). Diese G-Protein-gekoppelten Rezeptoren sind in verschiedenen Geweben exprimiert; die fehlende Selektivität unterscheidet MT-2 von späteren, gezielteren Analoga.

Zyklische Struktur

Eine Lactam-Brücke zwischen Asparaginsäure und Lysin schließt die Kette zum Ring. Zusammen mit einem D-Phenylalanin wird diese Struktur in der Literatur mit einer höheren Rezeptoraffinität und Stabilität in Verbindung gebracht.

Entwicklungs- & Studienlage

Melanotan 2 wurde in den 1980er-Jahren an der University of Arizona entwickelt; die grundlegenden Arbeiten zu den zyklischen α-MSH-Analoga erschienen 1989. Eine kleine Phase-I-Studie folgte 1996. Die kommerzielle Entwicklung wurde um das Jahr 2000 zugunsten eines anderen Analogons aufgegeben; eine Zulassung als Arzneimittel wurde nie erteilt.

Literatur zur Substanzklasse

  • Al-Obeidi F, Hadley ME, Pettitt BM, Hruby VJ (1989). Design of a new class of superpotent cyclic α-melanotropins based on quenched dynamic simulations. J Am Chem Soc 111(9):3413-3416. DOI: 10.1021/ja00191a044
  • Al-Obeidi F, Castrucci AM, Hadley ME, Hruby VJ (1989). Potent and prolonged-acting cyclic lactam analogs of α-melanotropin. J Med Chem 32(12):2555-2561. DOI: 10.1021/jm00132a010
  • Dorr RT, Lines R, Levine N et al. (1996). Evaluation of melanotan-II, a superpotent cyclic melanotropic peptide in a pilot phase-I clinical study. Life Sci 58(20):1777-1784. DOI: 10.1016/0024-3205(96)00160-9

Rechtsstatus

Melanotan 2 ist weder in der EU noch in den USA als Arzneimittel zugelassen. Nicht zu verwechseln ist es mit Afamelanotid, einem anderen, linearen α-MSH-Analogon aus 13 Aminosäuren, das als Arzneimittel für eine seltene Erkrankung zugelassen ist. goodaminos vertreibt Melanotan 2 ausschließlich als Forschungschemikalie für Labor- und In-vitro-Zwecke; es ist nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier bestimmt. Dies ist keine Rechtsberatung.

Stand: 25. Oktober 2026. Quellen:

Häufige Fragen zu MT-2

Melanotan 2 ist ein zyklisches Peptid aus sieben Aminosäuren und bindet an mehrere Melanocortin-Rezeptoren. Afamelanotid, früher Melanotan 1 genannt, ist ein lineares Peptid aus 13 Aminosäuren und bindet selektiv an MC1R. Nur Afamelanotid ist als Arzneimittel zugelassen.

MT-2 ist die Kurzform von Melanotan 2, auch Melanotan II geschrieben. Gemeint ist dasselbe zyklische α-MSH-Analogon.

Melanocortin-Rezeptoren sind eine Familie aus fünf G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (MC1R bis MC5R), an die körpereigene Hormone wie α-MSH binden. Sie kommen in unterschiedlichen Geweben vor.

Nur für Forschungszwecke (RUO). Nicht für den menschlichen Verzehr oder die Anwendung am Menschen.

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