Was ist DSIP? Einfach erklärt, mit Steckbrief und Forschungsstand

Redaktion: goodaminos Laborteam · Zuletzt geprüft: 7. Oktober 2026

Was ist DSIP?

DSIP, kurz für Delta Sleep-Inducing Peptide, ist ein Nonapeptid, also eine Kette aus neun Aminosäuren. Es wurde 1977 erstmals aus dem Gehirn von Kaninchen gewonnen und wird in Tier- und Grundlagenmodellen im Zusammenhang mit der Delta-Wellen-Aktivität auf neuromodulatorischer Ebene untersucht. Der Wirkmechanismus ist nicht abschließend geklärt. Was das für den Menschen bedeutet, ist damit ausdrücklich nicht gesagt.

Steckbrief

Synonyme
DSIP, Delta-Schlaf-induzierendes Peptid, Delta Sleep-Inducing Peptide
Substanzklasse
Nonapeptid (Neuropeptid aus neun Aminosäuren)
Bausteine
Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu
Herkunft
1977 erstmals aus dem Gehirn von Kaninchen isoliert (Monnier und Schoenenberger)
Status
nicht als Arzneimittel zugelassen, Verkauf als Forschungschemikalie (RUO)
CAS-Nummer
62568-57-4
Molekulargewicht
848.81 Da

Rezeptorprofil & Mechanismus

DSIP gehört zur Gruppe der Neuropeptide, also kurzer Eiweißketten, die im Nervensystem vorkommen. Peptide sind Aneinanderreihungen von Aminosäuren, den Bausteinen von Eiweiß, und man kann sie sich wie eine kurze Perlenkette vorstellen, bei der jede Perle eine Aminosäure ist. DSIP besteht aus neun solchen Perlen und zählt damit zu den Nonapeptiden. In der Grundlagenforschung dient es als Modellsubstanz, um neuromodulatorische Vorgänge zu beobachten, also das Feinjustieren der Kommunikation zwischen Nervenzellen.

Was bedeutet Delta-Wellen-Aktivität bei DSIP?

Delta-Wellen sind langsame Hirnströme, die man im EEG messen kann und die typischerweise in bestimmten Schlafphasen auftreten. Man kann sie sich wie die ganz langsamen, tiefen Wellen auf einem ruhigen See vorstellen, im Gegensatz zu den schnellen Kräuselungen bei Wind. DSIP wurde in Tiermodellen im Zusammenhang mit genau dieser Delta-Wellen-Aktivität beschrieben, daher stammt auch sein Name. Diese Beobachtungen bewegen sich auf Tier- und Grundlagenebene, und der Wirkmechanismus ist nicht abschließend geklärt. Was das für den Menschen bedeutet, ist damit ausdrücklich nicht gesagt.

Wie wirkt DSIP auf neuromodulatorischer Ebene?

Neuromodulation beschreibt, wie Botenstoffe die Kommunikation zwischen Nervenzellen feinjustieren, ähnlich einem Dimmer, der Licht nicht nur an- und ausschaltet, sondern stufenlos regelt. In präklinischen Modellen wird untersucht, ob und wie DSIP in solche regulatorischen Abläufe eingreift. Weil die Substanz schon 1977 beschrieben wurde und trotzdem viele Fragen offen sind, gilt ihr Wirkmechanismus bis heute als nicht abschließend geklärt. Diese Fragestellungen stammen aus Tier- und Grundlagenmodellen. Was das für den Menschen bedeutet, ist damit ausdrücklich nicht gesagt.

Entwicklungs- & Studienlage

DSIP wurde 1977 von den Schweizer Forschern Marcel Monnier und Walter Schoenenberger erstmals aus dem Gehirn von Kaninchen isoliert. Seitdem ist es Gegenstand der Grundlagenforschung geblieben, ohne dass sein Wirkmechanismus vollständig entschlüsselt wurde. Als Arzneimittel ist DSIP weder in der EU noch in den USA zugelassen und wird ausschließlich als Forschungschemikalie gehandelt.

Literatur zur Substanzklasse

  • Schoenenberger GA, Monnier M (1977). Characterization of a delta-electroencephalogram (-sleep)-inducing peptide. Proc Natl Acad Sci USA 74(3), 1282-1286. DOI: 10.1073/pnas.74.3.1282
  • Graf MV, Kastin AJ (1986). Delta-sleep-inducing peptide (DSIP): an update. Peptides 7(6), 1165-1187. DOI: 10.1016/0196-9781(86)90148-8

Rechtsstatus

DSIP ist in der EU und den USA nicht als Arzneimittel zugelassen und wird als Forschungschemikalie verkauft. goodaminos vertreibt DSIP ausschließlich als Forschungschemikalie für Labor- und In-vitro-Zwecke; es ist nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier bestimmt. Dies ist keine Rechtsberatung.

Stand: 7. Oktober 2026. Quellen:

Häufige Fragen zu DSIP

DSIP steht für Delta Sleep-Inducing Peptide, auf Deutsch Delta-Schlaf-induzierendes Peptid. Der Name verweist auf die Delta-Wellen-Aktivität, in deren Zusammenhang die Substanz 1977 erstmals beschrieben wurde. Das ist eine Herkunft des Namens und keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen.

Obwohl DSIP bereits 1977 entdeckt wurde, konnte bis heute nicht abschließend beschrieben werden, wie es auf molekularer Ebene genau wirkt. In der Forschung wird es daher weiter in Tier- und Grundlagenmodellen untersucht. Was das für den Menschen bedeutet, ist damit ausdrücklich nicht gesagt.

DSIP ist ein Nonapeptid und besteht aus neun Aminosäuren in der Reihenfolge Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu. Diese kurze, klar definierte Sequenz macht es zu einer gut reproduzierbaren Modellsubstanz für die Laborforschung.

Nur für Forschungszwecke (RUO). Nicht für den menschlichen Verzehr oder die Anwendung am Menschen.

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